Die Helden des Eiskanals

Feierabend! Die Weltcup Saison der Rennrodel-Junioren ist in Winterberg mit einem überragenden Ergebnis für das deutsche Team zu Ende gegangen. Außerdem gibt es mit Florian Berkes und Florian Küchler zwei Gesamtsieger vom Rodelteam Suhl.

Winterberg- Die Serie der Nachwuchs-Weltcups ist bei den Rennrodlern für diesen Winter Geschichte- und beim Finale im sauerländischen Winterberg trumpften die besten Talente aus Deutschland noch einmal mächtig auf. In der Jugend A(16 bis 17 Jahre) setzten sich mit Anton Schreiber vom WSC Oberwiesenthal und Jessica Triebel(SSV Altenberg) zwei Hoffnungsträger aus Sachsen durch. Lediglich Riley Owen Stohr(USA) mit  Platz zwei der männlichen A-Jugend und Ulla Zirne aus Lettland als dritte bei den jungen Damen verhinderten den kompletten Erfolg des BSD-Teams. Bei den Junioren, also den 18-bis 19-jährigen, brach der Italiener Kevin Fischnaller in die Phalanx der deutschen Mannschaft ein. Er wurde dritter, während die Juniorinnen mit Carolin von Schleinitz (WSV Königssee), Nathalie Burkhardt (BRC Friedrichroda), Angelique Fleischer (SSV Altenberg) und Saskia Langer (ESV Lok Zwickau) einen Vierfacherfolg feierten.

Auch bei den Herren der Schöpfung ist mit Florian Berkes vom Rodelteam Suhl in dieser Saison ein Thüringer ganz vorn im Weltcup dabei. Er landete beim sechsten Rennen zwar nur auf Platz vier, sicherte sich mit465 Punkten aber überlegen den Gesamtsieg vor dem zuletzt immer stärker werdenden Chriß Eißler vom ESV Lok Zwickau mit396 Punkten, der in Winterberg siegte. Jan Eichhorn der Trainer von Florian Berkes, war trotz des leichten Abfalls am Ende der Saison mit den Leistungen seines Schützlings alles andere als unzufrieden. „Florian hat eine sehr gute Entwicklung“, lobte Jan Eichhorn. „Er trainiert fleißig und zielstrebig, ist ruhig und besonnen. Es macht großen spaß, mit ihm zu arbeiten.“ Zugleich verriet der Trainer, warum Florian Berkes in den vergangenen Monaten so flink unterwegs war: „wir haben für ihn einen neuen Schlitten zusammengebaut. Die Wanne und das schienenmaterial hat uns Andi Langenhahn zur Verfügung gestellt. Einige Teile habe ich auch selber beigesteuert.“ Toni Gräfe überraschte in Winterberg mit einem beachtlichen zweiten Rang. Diese Platzierung dürfte sich für den 18-jährigen, der auch in der kommenden Saison bei den Junioren startberechtigt ist, motivierend auswirken. Georg Reumschüssel vom Rodelteam Suhl wurde zum Saisonabschluss Siebter. Er konnte in diesem Winter nur einmal das Podest erklimmen – und zwar auf seiner Oberhofer Heimbahn bei der Junioren –EM, die er als Dritter beendete.

Gigantischer Vorsprung

Eine fast perfekte Saison mit vier Siegen und zwei zweiten Rängen legte Nathalie Burkhardt auf das Eis. Demzufolge war der Bundeswehrsoldatin vom BRC 05 Friedrichroda der Weltcupsieg mit 570 Punkten vor der Italienerin Sandra Robatscher (360) nicht streitig zu machen. Hinzu gesellen sich noch die Bronzemedaille bei der Junioren-WM in Park City/USA und der Titel bei der Junioren-EM in Oberhof. Angesichts dieser Erfolge konnte Nathalie Burkhardt die Niederlage in Winterberg gegen Carolin von Schleinitz locker verkraften. Maria Naß vom Rodelteam Suhl mit 17-Jahren das Küken unter den deutschen Juniorinnen, fuhr auf den sechsten Rang und zählt nach dem Gewinn der silbernen Plakette bei den Junioren-Europameisterschaften für die kommende Saison zu den großen Thüringer Hoffnungsträgern. Für die Doppelsitzer Julius Löffler/ Florian Küchler (SSV Altenberg/Rodelteam Suhl) wurde es beim letzten Weltcup-Rennen noch einmal richtig eng, denn Tim Brendel/Florian Funk gewannen in Winterberg und rückten dem Thüringen-Sachsen-Express dicht auf die Pelle. Mit ihrem dritten Platz fuhren Julius Löffler/Florian Küchler jedoch ausreichend Zähler ein, um sich mit 441 Punkten den Gesamtweltcup vor Tim Brendel/Florian Funk (430 Zähler) zu sichern. Weil das Gespann aus den beiden Freistaaten in der neuen Saison zu den Erwachsenen zählt, setzt man beim TSBV künftig vor allem auf die Junioren-Vize-Europameister Florian Löffler/Manuel Stiebing (RRV Sonneberg/RC Ilmenau), die in Winterberg als Siebte jedoch nicht voll überzeugen konnten. Einziger Thüringer Starter bei den A-Jugendlichen war Maximilian Jung vom Rodelteam Suhl, der zwar sein schlechtestes Saisonergebnis einfuhr, aber dennoch Fünfter wurde. Nun stehen den Talenten mit der Deutschen Meisterschaft und dem Junioren-Cup noch zwei nationale Höhepunkte bevor, ehe die kräftezehrende Saison 2012/2013 endgültig zu den akten gelegt werden kann. (abe)

(Freies Wort vom 23.02.2013)